Eröffnung des DFG Kooperationsprojekts: "Diccionario del Español Medieval electrónico" (DEMel) der Universitäten Padaborn und Rostock

Philosophische Fakultät

Das Projekt hat zum Ziel, der internationalen Öffentlichkeit ein umfangreiches, wissenschaftlich fundiertes und semantisch strukturiertes Datenarchiv zum mittelalterlichen Spanisch einfach und schnell im Internet unter dem Namen Diccionario del Español Medieval electrónico (DEMel) frei zugänglich zu machen – und damit die Ergebnisse eines über 25-jährigen Forschungsprojekts zu publizieren.

Als Grundlage dient das bislang nicht publizierte äußerst umfangreiche Datenarchiv, des zum Ende 2007 aus finanziellen Gründen eingestellten Diccionario del Español Medieval (DEM) (26 veröffentlichte Faszikel von „A“ – „almohatac“). Das Datenarchiv deckt eine umfassende Textbasis von über 600 Werken bzw. Text- und Dokumentsammlungen aus der Zeit des 10. bis zum beginnenden 15. Jahrhunderts ab. Es besteht aus ca. 900.000 Karteikarten, davon 700.000 so genannten Belegkarten, auf denen die mittelalterlichen Wortformen mit ihrem jeweiligen Verwendungszusammenhang und der Datierung sowie grammatischen, semantischen und etymologischen Informationen notiert sind. Auf manchen Karteikarten befinden sich mehrere dokumentierte Wortformen (Belege), so dass sich bei 33.000 erfassten Lemmata eine Summe von knapp über 1.000.000 Belegen ergibt. Die übrigen ca. 200.000 so genannten „Sekundär“-Karten enthalten Verweise auf etymologische Forschungsliteratur und weitere Fachliteratur, bibliographische Daten u. a.

Die Sammlung liegt bisher nur in Papierform („Zettelkasten“) vor. Die Verfügbarmachung des Archivs ist umso relevanter, als es bisher kein umfassendes historisches Wörterbuch zum mittelalterlichen Spanisch gibt. Durch die Digitalisierung und Online-Stellung soll das Material langfristig gesichert und der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft frei zugänglich gemacht werden. Die hierfür notwendigen Arbeitsschritte bestehen in der Digitalisierung der Karteikarten, der Entwicklung einer Datenbankstruktur, der Erfassung der auf den Karteikarten enthaltenen Informationen und der Bereitstellung einer webbasierten Nutzeroberfläche.

Das auf diese Weise aufbereitete elektronische Archiv DEMel ermöglicht die komfortable Durchsuchbarkeit und einen raschen Zugriff auf eine große Fülle altspanischer Belege und viele zusätzliche Informationen, z.B. zu Wortart, Bedeutung, Datierung u.a. Die breite thematische Fächerung der zugrundeliegenden Texte (Belletristik, religiöse und juristische Schriften, Sachtexte zu Astronomie, Mineralogie, Botanik u.a.) ermöglicht es, bisher nicht erfasste Bestandteile des mittelalterlichen Wortschatzes zu beschreiben, was das DEMel sowohl für Hispanisten als auch für Wissenschaftler anderer Fachgebiete zu einer wertvollen Informationsquelle macht und eine hervorragende Ausgangsbasis für weiterführende Forschungen z. B. auf dem Gebiet der Arabistik, Judaistik, Soziologie, Theologie, des Mittellateins und der Rechtsgeschichte bietet. Die Veröffentlichung des Materials von A–Z stellt somit ein dringendes Desiderat dar.

Das Programm finden Sie hier.

Zur Projekthomepage geht es hier.

Kontakt:

Stefan Serafin, M. A.
DFG-Projektkoordinator
Institut für Romanistik der Universität Rostock
August-Bebel-Str. 28
D-18055 Rostock
E-Mail: dem.electronico(at)uni-rostock(dot)de

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