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3.1.1.1

Informationssuche im Internet

Die komplexe und nicht eineindeutige Struktur des Internets macht eine Informationssuche innerhalb des WWW schwierig. Da sämtliche Links innerhalb von HTML-Seiten lediglich Einbahnstraßen darstellen, infolgedessen nicht automatisch auf das Ausgangsdokument verweisen, und das WWW über keine genuinen Suchfähigkeiten verfügt, bleibt dem Benutzer zumeist nur der Weg über (dokument-) externe Suchsysteme. Als solche bieten sich zunächst einmal die gängigen Suchmaschinen des Internets wie beispielsweise Infoseek10, AltaVista11 oder Hotbot12 an. Die Eingabe eines oder mehrerer Suchbegriffe ergibt als Resultat eine Auswahl verschiedener Seiten, die den oder die gesuchten Begriffe enthalten. Solche Ergebnisseiten können auch Nachrichten sein, die innerhalb von Newsgroups13 veröffentlicht wurden. Der Benutzer erhält zumeist die Möglichkeit, mit Platzhalterzeichen, genauen Zitaten sowie dem expliziten Ein- oder Ausschluß bestimmter Wörter die Suche an seine Bedürfnisse anzupassen.14

Die von derartigen Suchmaschinen bearbeiteten Seiten entstammen einem Index, der aufgrund einer automatisierten Suche von speziellen Programmen innerhalb des WWW oder durch eine Mitteilung seitens der veröffentlichenden Seite an den Suchmaschinenbetreiber zustande kommt.15 Anders dagegen verhält es sich mit Suchmaschinen, deren Verzeichnisse von Redakteuren erstellt wurden. Eine solche durchgesehene Auswahl stellt die Suchmaschine Yahoo16 zur Verfügung, deren Auswahl an Internetangeboten hierarchisch und thematisch gegliedert ist. Im Verzeichnis Geisteswissenschaften findet sich das Unterverzeichnis Geschichte, welches eine ausgewählte Zusammenstellung von historisch relevanten Inter-netressourcen enthält. Dazu zählen Archive17 und Fachzeitschriften18 ebenso wie Museen und Ausstellungen19 oder zeitlich und thematisch unterteilte Schwerpunkte.

Eine gänzlich andere Form der Informationsbeschaffung kann sich der Historiker in bezug auf die Literatursuche im Internet zunutze machen. Mittlerweile existiert ein großes Angebot an Verzeichnissen, Katalogen und Bibliographien20 im WWW. Unterscheiden muß man dabei zwei Arten von Literaturangeboten: erstens die klassischen Bibliothekskataloge, zu denen beispielsweise der Karlsruher Virtuelle Katalog zu rechnen ist, dessen Suchanfrage diverse Verbundkataloge verschiedener Bundesländer sowie ausländischer Bibliotheken miteinbezieht.21 Eine solche Literatursuche kommt dem Vorgang des herkömmlichen Bibliographierens relativ nahe und fördert ausschließlich Buchtitel zutage. Zweitens sind die in viel geringerem Ausmaß vorhandenen und vollständig digitalisierten Texte zu nennen, deren Gesamtheit eine virtuelle Bibliothek ergibt. Dazu zählen sowohl digitalisierte Originalhandschriften22, Online-Dissertationen23 als auch neue, lediglich auf dem elektronischen Wege erschienene Texte.

Gerade im Bereich der Zeitschriftenpublikationen dürfte die zukünftige Entwicklung aufgrund der stetig wachsenden Zahl der Veröffentlichungen in Richtung Electronic Publishing weisen. Dies hängt mit den sehr viel geringeren Kosten der Verbreitung eines elektronischen Textes ebenso zusammen wie mit den erweiterten Möglichkeiten der Recherche und Suche innerhalb digitaler Publikationen.

Letzte Änderung 11.10.1998

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